Auf, auf zur Installation! – Halt! Ein bisschen Vorbereitung muss sein

WordPress zu installieren ist kein Hexenwerk. Du musst nicht zaubern können oder im Morgengrauen durch Nebelschwaden tanzen.
Also einmal tief Luft holen – ist wie beim Arzt “kleener Pickser, tut nich’ weh”.

Aber bevor WordPress auf deinem neuen und guten Host installiert werden kann, musst du noch ein paar Vorbereitungen treffen.

Welche Vorbereitungen das sind, verrate ich dir jetzt. Bereit?

Als aller erstes stell dir eine Tasse Kaffee bereit. (Wenn du keinen Kaffee magst, kann es ausnahmsweise auch etwas anderes sein – aber bitte nichts Hochprozentiges!).
Und nun gehen wir Schritt für Schritt vor:

Download der WordPress-Dateien

Als erstes lädst du dir die WordPress-Dateien runter. Unter http://de.wordpress.org/ findest du die aktuellste, stabile WordPress-Version in deutscher Sprache. Lade das Zip-File herunter und entpacke es.
Tu dir selbst einen gefallen und merke dir, wo du diese Dateien dabei ablegst. Eines der häufigsten Ärgernisse, die ich immer wieder sehe, ist das Suchen nach dem Download oder die Suche nach den entpackten Dateien.

Nach dem Entpacken müsstest du also so etwas vorfinden:

Suche nach den Dateien license.txt, liesmich.html und readme.html (im Bild die markierten Dateien) und lösche sie. Sie haben nachher auf dem Server nichts verloren. (Wenn du magst, kannst du natürlich vorher einen Blick in die liesmich.html werfen. Schadet nicht. Einfach doppelklicken.)

WordPress auf deinen Webspace hochladen

Der nächste Schritt ist, die gerade heruntergeladenen Dateien auf deinen Webspace hochzuladen.
Dafür brauchst du ein FTP-Programm. Wenn du noch keines hast, wird es jetzt Zeit das zu ändern.
Unter den kostenlosen sticht Filezilla FTP Client positiv hervor. Das kannst du dir hier besorgen.
Installieren und starten. Gib deine FTP-Zugangsdaten von deinem Host ein und verbinde dich mit deinem Webspace.
Eine ausführliche Anleitung im Umgang mit Filezilla findest du hier.

Jetzt lege in rechten Bereich (das ist dein Webspace) nun einen Ordner für WordPress an.
Tipp: Rechtsklick -> “Verzeichnis erstellen und betreten”. Der Ordner kann z.B. einfach nur “wp” heißen.
Nun lade deine WordPress-Dateien, die du vorhin herunter geladen und entpackt hast in diesen Ordner hoch.
Also das, was sich in dem WordPress-4.5.3 (Beispielbezeichnung je nach Version) befindet.

Dateirechte setzen

Nachdem die Dateien auf deinen Webspace hochgeladen sind, musst du nun die Dateirechte setzen.
Die Empfehlung von WordPress lautet dabei:

  • / Das WordPress Root-Verzeichnis: Alle Dateien sollten nur für dein Nutzer-Account schreibbar sein. Ausnahme ist die .htaccess-Datei, wenn du WordPress erlauben möchtest, automatisch für dich Weiterleitungsregeln zu generieren.
  • /wp-admin/ Die Administrations-Umgebung von WordPress: alle Dateien sollten für durch dein User-Account schreibbar sein.
  • /wp-includes/ Die Gesamtheit der WordPress-Anwendungslogik: alle Dateien sollten für durch dein User-Account schreibbar sein.
  • /wp-content/ Vom Nutzer hinzugefügter Inhalt: Sollte für dein User-Account und die Web Server-Gruppe schreibbar sein.
  • In /wp-content/ findest du:
    • /wp-content/themes/ Theme-Dateien: Wenn du den integrierten Theme-Editor nutzen möchtest, müssen alle Dateien für die Web Server-Gruppe schreibbar sein. Möchtest du den integrierten Editor nicht nutzen, reichen Schreibrechte für dich.
    • /wp-content/plugins/ Plugin-Dateien: Alle Dateien sollten nur für dein User-Account schreibbar sein.

Quelle: codex.wordpress.org

Für gerade aufgeführte Verzeichnisse wählst du die Berechtigung CHMOD 775. Für darin enthaltene Dateien CHMOD 644. Tipp: Rechtsklick auf den Ordner -> Dateiberechtigungen.
Unter Umständen kann die zu wählende Dateirechtvergabe (CHMOD xxx) jedoch abweichen, je nach Konfiguration des Servers durch deinen Hostinganbieter. Dann solltest du in der Hilfe bei deinem Hoster nachschauen, welche Empfehlung er ausspricht.

Die Datenbank

Während die Dateien hochgeladen werden, kannst du die Datenbank anlegen. Dazu loggst du dich in die Benutzeroberfläche deines Hostingpaketes ein und legst dort eine MySQL-Datenbank an. Die einzelnen Schritte dazu sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.
Schau in der Hilfe deines Anbieters nach, wo du genau die Option dazu findest und wie du vorzugehen hast.

Wenn die Datenbank angelegt ist notiere dir bitte gleich folgende Daten, die du gleich brauchen wirst:

  • Datenbank-Name
  • Datenbank-User
  • Datenbank-Host

Die config.php mit Daten füttern

Suche in deinem Ordner, in dem du vorhin die Dateien entpackt hattest, die Datei wp-config-sample.php.
Öffne sie in einem geeigneten Textprogramm, z.B. Notepad++

Datenbank-Daten eintragen

Suche die Zeile:

define('DB_NAME', 'datenbankname_hier_einfuegen');

und füge anstelle von datenbankname_hier_einfuegen den Namen deiner Datenbank ein.
Wichtig: Achte unbedingt darauf, dass die einfachen Anführungszeichen stehen bleiben!

Genauso verfährst du mit den folgenden Zeilen und ersetzt benutzername_hier_einfuegen,  passwort_hier_einfuegen und localhost mit den vorhin notierten Daten.

Sicherheitsschlüssel anlegen

Wenn das erledigt ist, scrollst du etwas runter, bis du zu dem Abschnitt Sicherheitsschlüssel kommst.
Rufe folgenden Link auf, der dir deine einmaligen Sicherheisschlüssel automatisch generiert:
https://api.wordpress.org/secret-key/1.1/salt/

Kopiere alles was dir auf der Seite angezeigt wird und füge es anstelle der leeren Sicherheitsschlüssel  ein.

Die leeren Sicherheitsschlüssel:
define('AUTH_KEY', 'Füge hier deine Zeichenkette ein');
define('SECURE_AUTH_KEY', 'Füge hier deine Zeichenkette ein');
define('LOGGED_IN_KEY', 'Füge hier deine Zeichenkette ein');
define('NONCE_KEY', 'Füge hier deine Zeichenkette ein');
define('AUTH_SALT', 'Füge hier deine Zeichenkette ein');
define('SECURE_AUTH_SALT', 'Füge hier deine Zeichenkette ein');
define('LOGGED_IN_SALT', 'Füge hier deine Zeichenkette ein');
define('NONCE_SALT', 'Füge hier deine Zeichenkette ein');

Der Tabellen-Präfix

Standardmäßig ist der Tabellen-Präfix auf “wp_” eingestellt. Das wissen alle, die sich ein klein wenig damit befassen – auch die bösen Jungs & Mädels, leider.
Damit hier keine Hintertür offen steht, änderst du jetzt diesen Präfix in der Zeile:

$table_prefix = 'wp_';

Hier ersetzt du wp durch deinen eigenen Präfix. Hierbei bist du fast völlig frei in der Auswahl der Zeichenkette. Fast, weil natürlich keine Sonderzeichen verwendet werden sollten. Übrigens ä, ü und so weiter sind auch Sonderzeichen.
Es steht dann also irgendwas in dieser Art da: $table_prefix = 'dzk_'; .

Die bearbeitete Datei speichern …

Nun speicherst du die bearbeitete Datei unter dem Namen wp-config.php ab.
Achte darauf, dass die Kodierung “UTF-8 ohne BOM” ist! In Notepad++ kannst du das ganz oben unter dem Menüpunkt “Kodierung” einstellen.

… und auf deinen Webspace hochladen

Diese neue Datei lädst du nun in das Hauptverzeichnis deiner WordPress-Dateien auf deinen Webspace hoch.
Die wp-config-sample.php die dort liegt kannst du dann löschen.

Installation abschließen

Alle Vorbereitungen hast du nun getroffen und kannst nun den ersehnten Schritt machen.
Rufe in deinem Browser die Installations-Datei auf.
Weil die Dateien in einem Ordner liegen, musst du diesen an deiner Adresse mit angeben. Das könnte dann so aussehen:

http://deineWebseite.de/ordnername/wp-admin/install.php

Wenn du alles richtig gemacht hast, siehst du nun die Begrüßung.

Titel und Admin angeben

  • Trage nun den Namen deiner Webseite ein (das kann später auch nochmal geändert werden)
  • Trage deinen Benutzernamen ein – auf keinen Fall solltest du den Vorschlag “Admin” akzeptieren
  • Lege dein sicheres(!) Passwort an.
  • Gib deine eMail-Adresse ein
  • Da die Webseite dann noch ohne Inhalte ist und bestimmt noch einige Zeit an ihr gearbeitet wird, entferne den Haken bei “Suchmaschinen dürfen diese Webseite indexieren”.
    Du unterrichtest die Suchmaschinen, wenn deine Webseite bereit für die große weite Welt ist.

Klicke nun auf “Wordpress installieren”. Und fertig ist die nackte WordPress-Installation.

Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft! War doch gar nicht so schwer, oder?

In meinem nächsten Artikel erkläre ich dir, wie du deine WordPress-Installation sinnvoll konfigurierst und welche Plugins gleich zu Beginn sinnvoll sind.

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