Cookie-Richtlinie? … Hä?

Am 19.12.2009 hat die EU-Kommission die Richtlinie 2009/136/EG verabschiedet, dass auf jeder Webseite auf die Nutzung von Cookies hingewiesen werden muss. Dazu muss dem Nutzer die Möglichkeit gegeben werden, dieser Nutzung zu widersprechen.

Cookies – Kekse? Was sind Cookies und wozu sind sie da?

Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, die von der besuchten Webseite auf deinem Rechner abgelegt wird.
Der Webserver kann aber nicht einfach so auf deinem Rechner speichern (das wär ja auch ein dolles Ding!), das erledigt dein Browser automatisch im Hintergrund – außer du hast es ihm verboten.
So ein Verbot macht wenig Sinn, da die meisten Seiten dann nur noch eingeschränkt nutzbar wären, Shop-Funktionen, wie Warenkorb, oftmals gar nicht funktionieren würden.

Ein Cookie kann diverse Informationen enthalten (aber nur die, die der Webserver ohnehin von dir erfährt) wie zum Beispiel:

  • Browser-Erkennung
  • persönliche Seiteneinstellungen
  • zur Vergabe von sogenannten Session-IDs in Sitzungs-Cookies, um dich bei der aktuellen Nutzung (von Klick zu Klick) zu identifizieren, z.B.:
    • bei der Nutzung virtueller Warenkörbe
    • beim Online-Banking
  • deine bevorzugte Sprache
  • Name, eMail-Adresse, Anschrift, Telefonnummer – aber nur, wenn du dies in den Browser-Einstellungen erlaubst!

Es gibt auch sogenannte Tracking-Cookies, die zur Ermittlung deines Surfverhaltens eingesetzt werden.
Mit ihm werden Daten gesammelt um Nutzerprofile zu erstellen. Es lässt sich nachverfolgen, welche Webseiten du angesurft hast, wo deine Interessen liegen.
Kennst du das Phänomen, am Seitenrand einer Webseite (z.B. facebook) Werbung von Artikeln zu sehen, nach denen du kürzlich erst geschaut hattest? Das wird mit dieses Tracking-Cookies bewerkstelligt. Die Cookies geben den Seitenbetreibern die Informationen zu den von dir gesuchten Dingen und besuchten Seiten und anhand dieser Daten wird dir die dazu passende Werbung eingeblendet.

Und wie ist das nun mit der Informationspflicht?

Nun, ist es so, dass die deutsche Rechtssprechung vorgibt, dass ein entsprechender Passus im Datenschutzhinweis ausreicht. Nach dieser Auffassung benötigt es kein Opt-In zur Cookie-Nutzung durch den Nutzer.

Warum du aber trotzdem auf deiner Seite auf die Cookies hinweisen solltest

Seit dem 30.September 2015 setzt auch google auf den Informationsfluss an den User und belohnt dich, wenn du so eine Cookie-Notiz auf deiner Seite verwendest, bzw. straft dich ab, wenn du es nicht tust.

Der Cookie-Hinweis ist laut deutschem Recht also keine Pflicht, möchtest du es dir aber mit dem großen Orakel des Internets (google) nicht verscherzen, setzt du die Cookie-Hinweise.
Pflicht hingegen ist es, die Verwendung von Cookies auf deiner Seite, sowie ihrer Art und Umfang, in deiner Datenschutzerklärung ausführlich aufzuklären. Lese dazu meinen Artikel zum Datenschutz.

Über Sinn und Unsinn, den Besucher über etwas so lapidares wie die Cookie-Nutzung hinzuweisen lässt sich streiten.
Schließlich kann so ziemlich in jedem Browser die Cookie-Setzung gesperrt werden.
Ich habe mich mittlerweile an die kleinen Banner am Bildschirmrand gewöhnt, die mich, mal mit Standardtext, mal frisch-frei-fröhlich auf die Cookie-Setzung hinweisen.

Wie schaut’s bei dir aus? Hast du die Cookie-Richtlinie auf deiner Webseite schon umgesetzt?
Und gehören die Hinweise für dich auch schon zum Internet-Alltag oder stören sie dich?

 

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!